Doc K!

[Thema: Potenzstörungen / Switchboard 150, Februar 2002]

Was können körperliche Ursachen für Potenzstörungen sein?

Oje, das ist natürlich ein weites Feld. Oft sind neben den körperlichen Ursachen psychische Faktoren nicht unerheblich bei Potenzstörungen. Ein paar eindeutige Ursachen gibt es aber schon und ich zähle sie mal kurz auf:

[Thema: Prostata / Switchboard 162, Februar 2004]

Lieber Doc K!, ich habe mal ein paar Fragen zur Prostata – für mich selbst, aber auch für die Präventionsarbeit. Ich weiß, dass die Prostata für die männliche/meine Lust sehr bedeutsam ist. Aber gilt das auch umgekehrt, also: Stimmt es, dass jeder Samenerguss gut ist für die Prostata? Gibt es da Untersuchungen im Zusammenhang mit Prostatabeschwerden oder -karzinomen? Wenn ja, wären das doch wichtige Argumente für männliche Lust und gegen Lustfeindlichkeit (z.B. im Zusammenhang mit Selbstbefriedigung). – Vielen Dank für die Antwort.

Also gegen Lustfeindlichkeit würden wir auch noch gern ein Kraut erfinden, denn die macht Männern wie Frauen auch heutzutage noch viel zu schaffen. Manchmal ist es gerade im Zusammenhang mit Selbstbefriedigung recht erstaunlich, was da so auf den Plan kommt. Wir müssen natürlich auch ganz klar sagen: Was da manchmal als "Lustfeindlichkeit" bezeichnet wird, sagt oft mehr über die Widersprüchlichkeiten im Lustverständnis aus – und dagegen gibt's erst Recht kein Kraut.
Jetzt aber noch ein bißchen genauer zu Deinen Fragen: Gut für die Prostata ist die regelmäßige Ejakulation allemal, denn in der Natur tendiert grundsätzlich jedes Organsystem, das nicht oder weniger genutzt wird, zur Reduktion; teils kommt es da sogar zum Abbau oder zur Degeneration. Das Prinzip könnte kurz gefaßt lauten: USE it or LOOSE it. Wir haben es ja nun schon öfter mitgeteilt: Ein regelmäßiger Samenerguss ist dann hilfreich, wenn es um die Aussschwemmung von Entzündungskeimen aus den Samenwegen geht – dies gilt z. B. bei Prostataentzündungen.
Eins muss aber auch klar gesagt werden: Dass durch regelmäßige Ejakulationen einem Prosatakarzinom vorgebeugt werden kann, wird zwar in letzter Zeit vereinzelt berichtet, bestätigende Studien dazu gibt es jedoch nicht. Für mich aus fachlicher Sicht ist klar, dass die Behandlung eines Prostatakarzinoms durch Ejakulationen eindeutig in den Bereich des Absurden gehört!
Mir fällt auf, dass in letzter Zeit vermehrt versucht wird, sexuelle Probleme auf operative, medikamentöse oder sonstwie schulmedizinische Weise zu lösen. Die oft viel wichtigeren, psychosozialen Gründe fallen in ihrer Bewertung immer mehr zurück. Vielleicht versuchen Männer ja zunehmend, solche Probleme durch "sachliche" Argumente zu lösen. Ich kann aber nur sagen, das schon immer eben der Bereich der eigenen Psyche, Konflikte in Beziehungen, Wertvorstellungen über ein "richtiges" Mannsein usw. die wesentlichen Ursachen bei Potenzproblemen und vergleichbaren Störungen" waren/sind.
Um das auch mal ganz provokativ an den Schluss dieser Ausführungen zu stellen: Wenn Männer derart großes, medizinisches Interesse für ihren Körper auch bei der Verhütung von Geschlechtskrankheiten und ähnlichen Dingen aufbringen würden wie bei Sexualstörungen, dann wären wir ein erhebliches Stück weiter in der medizinischen Präventionsarbeit. Und wenn sich Männer frühzeitiger ehrlich mit Ängsten, Wünschen und Partnerschaftskonflikten befaßten, gäbe es einige Probleme weniger!

[Thema: Prostata / Switchboard 155, Dezember 2002]

Ich, 59 Jahre, Prostata ca. 35 mm (öfters keine vollständige Blasenentleerung, die seltsamerweise beim Arztbesuch immer problematischer ist als sonst im Alltag; schlafe nachts meistens durch), habe subjektiv zur Zeit kaum noch Beschwerden, seitdem ich nicht nur ein Sabal-Präparat (nach neuesten Studien auch geeignet, die weitere Pr.-Vergrößerung geringfügig zu hemmen oder sogar umzukehren) sondern auch ein die Pr.-Muskulatur entspannendes Medikament (Alna) nehme. Einen 5-Alpha-Reduktase-Hemmer hält der Urologe erst ab einem Pr.-Durchmesser von 40 mm für sinnvoll (hat ja auch etliche unerwünschte Nebenwirkungen). Eine Pr.-Resektion möchte ich so lange wie möglich vermeiden. - Meine Frage: Gibt es außer Medikamenten andere oder zusätzliche Möglichkeiten, die gutartig vergrößerte Prostata bzw. die Beschwerden zu behandeln (Körpertherapien z.B.)? Wo kann ich darüber mehr erfahren? - Ich freue mich auf Antwort!
Das passt ja wie der berühmte Deckel auf den mindestens ebenso berühmten Topf, denn diese Frage ergänzt die von dem "letzten Tropfen" um einen wichtigen Aspekt. Erfreulich finde ich, dass Dein behandelnder Arzt scheinbar sehr sorgfältig mit der Verordnung von Medikamenten umgeht und nicht gleich zu schweren Hämmern greift. Ganz sicher ist es sinnvoll, sich mit Veränderungen an der Prostata (BPH = benigne Prostatahyperplasie) auch unter anderen als medikamentösen Gesichtspunkten zu beschäftigen. Zunehmend tun dies Selbsthilfegruppen von Männern, die es in immer mehr Städten gibt und ich würde empfehlen, dass Du Dich mal in Deiner Umgebung umhörst, ob es da sowas gibt. In vielen Orten bestehen z. B. bei Sozialbehörden, kirchlichen Trägern, nicht selten auch beim Paritätischen Wohlfahrtsverband, sogenannte Koordinationsstellen für Selbsthilfegruppen. Vielleicht können die Dir sagen, wen Du ansprechen solltest. Nicht zuletzt könnte auch das Internet, das ja eine recht ergiebige Sammelstelle für Informationen ist, interessante Hinweise bieten. Stressabbau, Entspannungstraining, Meditation aber auch Beckenbodengymnastik könnten hilfreich sein, Dir den Umgang mit Deinen Beschwerden zu erleichtern ... nicht selten verringern sich dadurch tatsächlich die Beschwerden.

[Thema: Prostata / Switchboard 147, August 2001]

Wozu eigentlich sind Prostata-Untersuchungen notwendig und was passiert dabei?

Vorsorgeuntersuchungen der Prostata dienen vor allem dem rechtzeitigen Entdecken eines Prostatakrebses. Sie sind trotz aller Technik immer noch die beste Möglichkeit, den Krebs frühzeitig zu erkennen (aber auch schon eine Prostata-Entzündung kann man durch die Prostata-Abtastung feststellen).
Hauptsächlich wird bei der Kontrolle die Beschaffenheit der Prostata untersucht; dies geschieht durch Abtasten, und wer das noch nie hat machen lassen, findet es vielleicht ein bißchen befremdlich - wie in vielen Fällen gilt aber: Vorher darüber reden (erklären lassen, wie der Arzt/die Ärztin vorgeht) hilft, und wenn dann der behandschuhte Finger gut geölt in den After gleitet, sollte mann sich unbedingt entspannen. Dann ist es nicht ganz so unangenehm!
Die normale Konsistenz der Prostata fühlt sich wie die Region zwischen dem Daumen und dem Zeigefinger auf der Handoberfläche an - also fest, aber elastisch. Das schmetterlingsförmige Organ ist in der Regel vom umliegenden Gewebe gut zu unterscheiden. Vielleicht sollte Mann vor einer Untersuchung mal in ein Biologiebuch schauen, um zu wissen, wo ungefähr dieser kleine, aber feine Körperteil liegt.
Mit Hinweisen, wie sich die Prostata krankhaft verändern kann, bin ich natürlich vorsichtig. Hier aber ein paar Anhaltspunkte:

[Thema: Prostata / Switchboard 147, August 2001]

Sind Schwule eigentlich wirklich weniger von Prostata-Erkrankungen betroffen und wenn ja: Warum?

Wissenschaftliche Untersuchungen dazu gibt es keine! Also alles nur Thesen, Thesen und noch einmal Thesen. - Aber diskutiert wird darüber immer wieder: Bei einer Prostataentzündung werden dem Patienten häufig neben Sitzbädern auch direkte oder indirekte Prostatamassagen empfohlen. Indirekt heißt, den sogenannten "Damm" zu massieren, womit die Prostata entspannt und beruhigt wird. Dies wiederum geschieht bei regelmäßigem "passiven" Analverkehr ja auch und bildet somit eine mögliche Erklärung, warum sich Prostataentzündungen bei Schwulen (zumindest jenen, die diese Sexualpraktiken betreiben) nicht setzen und ausbreiten können.
Eine zweite Erklärung betrifft all jene, die sexuell aktiv sind, die aber - aus welchen Gründen auch immer - nur selten eine Ejakulation haben. Verkürzt gesagt: Wer regelmäßig ejakuliert, durchspült sozusagen kontinuierlich die Prostata und die Samenblasen.