Doc K!

[Thema: Hodentorsion / Switchboard 173, Dezember 2005]

Hallo,
ich habe da ein kleines Problem mit meinem linken Hoden und zwar hatte ich mit ca. 14 Jahren eine OP an diesem Hoden, da sich – wie die Ärzte mir sagten – ein schwarzes fadenfömiges Ding um den Hoden gebunden hatte und sich der Hoden auch noch zusätzlich gedreht hat. Sie hatten dann den Hoden am Hodensack angenäht, damit sich der Hoden nicht noch mal dreht. Sie meinten zu mir, dass sich der Faden in ca. 4-5 Jahren auflöst und ich keine Probleme damit haben werde. Vor kurzen viel mir das alles wieder ein, da ich ein leichten ziehenden Schmerz im Hoden verspürte. Als ich den Hoden abtastete, spürte ich immer noch diesen Faden und mache mir seitdem ein wenig Gedanken. Dazu kommt noch, dass ich – wie ich finde – sehr kleine Hoden habe, und da ich im März 21 Jahre alt werde und auch noch keine Anzeichen für einen Bartwuchs habe, mache ich mir sehr viele Gedanken, dass irgendwas mit mir nicht stimmt und ob es vielleicht auch mit der OP zusammenhängt. Im voraus bedanke ich mich schon einmal für die Antwort und hoffe mal, dass Sie mir etwas helfen können.

Es hört sich so an, als ob du mit 14 eine so genannte Hodentorsion hattest. Dabei dreht sich der Hoden um seinen “Gefäßstiel” und klemmt sich selbst die Blutzufuhr ab. So etwas ist ein hochakuter medizinischer Notfall. Wenn nicht rechtzeitig gehandelt wird, droht der Hoden abzusterben. Man befestigt im Verlauf dieser Operation den Hoden am Hodensack (Orchipexie), damit er sich nicht wieder um sich selbst windet. Wenn die Operation zeitnah durchgeführt wird, ist in der Folge nicht mit Komplikationen zu rechnen.
Was es mit dem Faden auf sich hat, kann ich nicht nachvollziehen; Operationsfäden lösen sich eigentlich nach kurzer Zeit selbständig auf oder müssen gezogen werden. Sinnvoll könnte sein, beim damals behandelnden Arzt nachzufragen bzw. von ihm eine Nachuntersuchung durchführen zu lassen, ob sich da nicht eine überschießende Narbenreaktion gebildet hat.
Jetzt zur Größe der Hoden: Äußerungen über “zu kleine” oder “zu große” Hoden lassen sich aus der Ferne nicht zuverlässig kommentieren. Gesichert ist mittlerweile aber eins: Männer mit kleineren Hoden hatten in ihrer Kindheit öfter einen Hodenhochstand als andere und auch Hodenverdrehungen finden bei diesen Männern häufiger statt.
Auf die Versorgung mit Hormonen hat die Größe der Hoden in der Regel keinen Einfluss. Ob in Ihrem Fall eine Hormonstörung vorliegt oder Sie zu jenen Männern gehören, die aufgrund genetischer Bedingungen keinen Bartwuchs haben (worum Sie unser Sprechstundenhelfer übrigens tierisch beneidet!), das können Sie am besten durch eine Hormonuntersuchung feststellen lassen. Dabei wird der Spiegel an männlichen Hormonen gecheckt und Sie haben danach gesicherte Informationen. Eine genetische Untersuchung sollte ebenfalls durchgeführt werden, um Störungen auf dieser Ebene als Ursache auszuschließen.