Doc K!

[Thema: Hodengröße / Switchboard 173, Dezember 2005]

Hallo,
ich bin 15 Jahre alt und habe seit einiger Zeit festgestellt, dass besonders nach Ejakulationen mein linker Hoden im Vergleich zum rechten verhärtet und dicker bzw. größer ist. Was könnte das sein? Muss ich mir deswegen Sorgen machen? Was soll ich tun? Ist das normal? Geht das wieder weg?

Egal, wie die Pubertät verläuft und was jemand dabei alles erlebt, aufregend ist diese Lebensphase ganz bestimmt – ich jedenfalls habe das damals so empfunden. Am schlimmsten fand ich bei all dem Neuen die Unsicherheit: Ich wusste einfach nicht genau, wie ich mich verhalten sollte, was alles mit meinem Körper passierte und was ich da manchmal für komische Gefühle kriegte. Es war für mich außerdem ziemlich blöd, dass ich mit keinem so richtig darüber reden konnte und ich hoffe, dass ist heute anders. Immerhin hast Du zumindest einen der möglichen Wege gefunden – also:
Dass sich die Hoden während der Erregung vergrößern und ein wenig fester werden ist in Ordnung. Sie sind ja dann sozusagen auch in Aktion. Mich wundert allerdings, dass dies nur bei einem Hoden passiert. Erklärung könnte sein, dass der andere Hoden irgendwann demnächst erst mit solchen Reaktionen beginnt. An sich findet diese Veränderung ganz normal während der Pubertät statt, denn auch das gehört zur Geschlechtsreife. Richtig ist auch, dass der Zustand nach Abklingen der Erregung nicht bleibt. Die unterschiedliche Größe der Hoden ist nichts Außergewöhnliches. Sinnvoll wäre es dennoch, zu einem Arzt zu gehen, unter anderem weil das dir den selbstverständlicheren Umgang mit deiner Sexualität und Männlichkeit erleichtert.

[Thema: Pendelhoden/ Switchboard 169, April 2005]

Hallo,
habe jetzt schon einiges über Pendelhoden im Netz in Erfahrung gebracht. Ist alles nicht so schlimm, so der Tenor. Für mich leider schon: Ich hatte als Baby einen Pendelhoden, der dann mit einer Hormontherapie auf "normalen" Stand gebracht worden ist. So mit 15 Jahren verschwanden die "Jungs" dann aber wieder, etwa, wenn beim Schwimmen das Wasser recht kalt war. Damals also noch kein Problem.
Erst seitdem ich aus der Pubertät bin (das ist jetzt so 14 Jahre her), machen mir die Rückzugserscheinungen schwer zu schaffen. Es gibt keine Schmerzen, wenn die Hoden im Leistenkanal verschwinden. Trotzdem bin ich nach dem Zurückdrücken schon mal ohnmächtig geworden. Ist vergleichbar mit dem Gefühl, das man bekommt, wenn man kein Blut sehen kann; der Kreislauf sackt dann bei mir ab. Die Folgen: Vermeidung von Pendelbewegungen um jeden Preis – also kaum Schwimmen (nur in warmen Wasser) und, das ist das Schlimmste: Sex nur unter sehr entspannten Bedingungen. Auf dem Rücken liegen ist nur möglich, wenn es sehr warm ist und ich ganz entspannt bin (leider nur sehr selten der Fall). Überhaupt sind nicht wenige Stellungen, aus Angst vorm Verschwinden der Hoden, gar nicht möglich. Äußerst schade das alles. Hat natürlich ein wenig mit dem Kopf zu tun. Trotzdem: kann man da irgendwas machen, um diesen Reflex etwas zu lindern? Oder die Kreislaufprobleme? Oder zumindest die Angst? Danke und Gruß ...


Angst, und das ist ja nun wahrlich nichts Neues, lässt sich nicht durch sachlich-medizinische Argumente wegreden. Darum finden wir es auch besonders wichtig, dass Du dieser Angst mit Sicherheit begegnest – mit der Sicherheit nämlich, dass Deine Hoden JETZT (also im Erwachsenenalter) erfahrungsgemäß ja immer wieder aus dem Leistenkanal hervorkommen. Wir vermuten, dass deine Angst durch dieses “gefühlte Wissen” auf Dauer besser in ihre Schranken zu weisen ist, als wenn Du versuchst, ihr mit immer mehr Sachwissen zu begegnen. Deine Frage lässt vermuten, dass Du sogar zu jenen gehörst, die ZUVIEL über sich wissen und sich daher in Situationen, wo eigentlich so etwas unterbleiben sollte, zu sehr beobachten oder gar kontrollieren wollen.
Damit jetzt niemand denkt, wir wollten Unwissen und Ahnungslosigkeit als Strategie empfehlen ... nein, das liegt uns fern. Hier also für alle "Uneingeweihten", und vielleicht auch für Dich als Frager, noch ein paar Fakten: Es ist unbedenklich wenn die Hoden gelegentlich bei Kälte und Erregung an den Körper geholt werden oder zeitweise sogar im Leistenkanal verschwinden. Sie dürfen dies nur nicht AUF DAUER. Die erhöhte Temperatur schädigt sie nämlich, und die Spermaqualität nimmt deutlich ab. Im fernen Osten wir die Überwärmung der Hoden sogar als Kontrazeptionsmöglichkeit genutzt. Eine sehr unsichere Form der Verhütung zwar, aber das Prinzip, das dahintersteckt, soll hier nochmal den Wanderwillen der Hoden erklären.
Die Hoden sollten nicht aktiv zurück gedrückt werden, weil erstens der Zug an der Muskulatur der Samenstränge schmerzt und weil man eigentlich einen Dauerzug ausüben müsste, solange die Kälte- oder Erregungsphase andauert. Was ja schwer praktikabel sein dürfte. Hier gilt: Wenn sie sich wirklich verkriechen wollen, dann hat das schon einen Grund! Wer in der Jugend seine Hoden als Problemfall erlebt hat, kommt schwer dazu, ihnen später mehr "zu vertrauen", doch dieser Wandel zum Erwachsenwerden ist ja nicht nur ein körperinnerliches Problem und wir raten, so zeitgeistig das auch klingen mag: "Lass mal locker", jedesmal ein Stück mehr!


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[Thema: Hoden/Penis / Switchboard 153, August 2002]

Was raten Sie mir, was könnte ich tun? Ich bin 18 Jahre alt und hatte noch keinen Sex. Mein rechter Hoden produziert, so meine Vermutung, kein Sperma, da der linke Hoden (hängt weiter am Körper dran) viel kleiner als der rechte ist - warum, weiß ich nicht! Ansonsten ist bei mir alles in Ordnung bis darauf, dass mein Glied im erigierten Zustand krumm ist, zur Eichel zu neigt es sich nach links. Es steht nicht gerade und weicht so um ca. 3-4 cm ab. Sollte ich meinen Hausarzt aufsuchen und wird es eine OP (ambulant) für mich geben?

Zunächst mal zu den Hoden: Die Spermienproduktion eines Hoden ist nicht von seiner Größe abhängig. Natürlich kann Mann auf diese Idee verfallen, vor allem, wenn noch andere Unterschiede als die Größe hinzukommen. Aber auch der Abstand vom Körper ist kein wirkliches Indiz für die Funktionstüchtigkeit und letzten Endes kann hier nur durch eine Untersuchung Klarheit geschaffen werden.
Ähnliches gilt auch für die beschriebene Krümmung: Eine natürliche leichte Krümmung ist nicht außergewöhnlich und recht üblich - hier also die Antwort auf die klassische Frage: "Warum ist die Banane krumm?": Beim Penis zumindest kommt das daher, dass die Schwellkörper von relativ unelastischem Bindegewebe umgeben sind und dieses unterschiedliche Ausdehnungen zulässt. Krankhaft allerdings sind Verformungen, die als Folge einer Bindegewebserkrankung oder eines Penisbruches auftreten. Da kann es dann tatsächlich zu einer massiven Verkrümmung des Penis kommen. Ähnlich verhält es sich, wenn das "Bändchen" zu kurz ist, welches die Eichel bei einer Erektion nach unten zieht. Aber das betrifft auch nur die Eichel. Wenn´s weh tut, dürfte etwas nicht stimmen! Dann würde ich wirklich einmal einen Arzt zu Rate ziehen und der wird dann bestimmt erkennen, ob eventuell therapeutische Schritte nötig sind.
Soweit, so medizinisch - und nun, wie fast immer, zur Ästhetik: Wann ein Penis als "zu krumm" empfunden wird, ist natürlich sehr abhängig vom persönlichen Geschmack bzw. dem Maßstab an anderen Vergleichsobjekten. Ich würde mich da erst mal möglichst unabhängig zu machen versuchen, denn leider sind Abweichungen von "der Norm" emotional oft immer noch ein viel größeres Problem als die Tatsache, ob diese sogenannte Norm wirklich eingehalten wird, werden kann oder werden muss.

[Thema: Hoden / Switchboard 150, Februar 2002]

Ich habe mich jetzt schon ausführlich im Netz informiert, aber nichts gefunden was mir weiterhilft. Ich bin 34 Jahre alt und habe schon immer einen Pendelhoden. Ich bin mir nicht sicher, ob das ein Begriff ist, deshalb die Beschreibung: Meine Hoden bewegen sich, besonders stark nach dem Sex. Bei Kälte oder wenn ich enge Kleidung trage, verschwinden sie ganz. Das alles geschieht ohne Schmerzen. In letzter Zeit allerdings habe ich manchmal Schmerzen nach dem Orgasmus. Es ist ein Gefühl, als ob mir jemand zwischen die Beine getreten hätte. Der Schmerz hört so nach 5 Minuten wieder auf. Was kann ich tun?

Mann möchte es vielleicht nicht glauben, aber die Hoden sind ziemlich mobil. Ihr "normaler" Aufenthaltsort ist ja doch recht unwirtlich, was z.B. Temperatureinflüsse betrifft. Vielleicht kennst Du ja den Spruch: "Wenn ein Ingenieur die Konstruktion Hodensack als Aufbewahrungsort für Keimdrüsen vorgestellt hätte, wäre er wahrscheinlich gefeuert worden".
Jetzt aber mal ernsthaft: Die große Beweglichkeit der Hoden in unterschiedlichen Lebenssituationen ist vollkommen normal. Bei Erregung oder Kälte ist es sogar möglich, dass sie sich bis in den Leistenkanal zurückziehen. Bedenklich wird es nur, wenn sie sich auf Dauer dort verstecken. Die Beweglichkeit hat ihren Grund darin, dass die Hoden eine möglichst gleichmäßige Temperatur benötigen, um die Samenzellenproduktion zu gewährleisten. Also werden sie, je nach Umfeldwärme, näher oder weiter vom Körper gehalten; hierfür sorgt u.a. auch der Hodensack selbst, der sich zusammenzieht oder die Hoden gemütlich baumeln lässt - da können schon ein paar Zentimeter Unterschied drin sein.
Schmerzen nach dem Orgasmus können nun allerdings sehr unterschiedliche Ursachen haben, die aber mit der Hodenmobilität nichts zu tun haben. Die Ursache könnte zum Beispiel eine akute oder chronische Nebenhoden- bzw. Prostataentzündung sein. Ferner kann - bei allem Genuß - häufige Erregung (mit oder ohne Samenerguss) zu Schmerzen im Bereich der Hoden und Samenleiter führen: Eine hohe Geschlechtsverkehrfrequenz bzw. ein hohes Erregungsniveau führen ja jedes mal zum Kontrahieren der Samenleiter, damit die Spermien in Richtung Samenblasen und Prostata transportiert werden. Es kann dabei zu Verkrampfungen der relativ starken Samenleitermuskulatur kommen; Du hast dann sozusagen genitalen Muskelkater.
Nichtsdestoweniger dürfen natürlich auch andere mögliche Erkrankungen der Hoden und/oder Nebenhoden (Krampfadern, Infekte in diesem Bereich oder gar Hodenkrebs) nicht außer acht gelassen werden. Deshalb empfehle ich Dir auf jeden Fall mindestens eine hausärztliche Grunduntersuchung.